Schulter

Schultersteife

(Adhäsive Kapsulitis / Frozen Shoulder)

Die adhäsive Kapsulitis ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schulter. Es handelt sich um eine Entzündung der Gelenkkapsel, die zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes führt. Meist entsteht diese Erkrankung spontan, ohne Vorwarnung. Sie kann aber auch nach einem Unfall oder einer vorangegangenen Operation auftreten. Die Ursachen der adhäsiven Kapsulitis sind weitgehend ungeklärt. Häufig tritt die Erkrankung bei Diabetikern und/oder Frauen zwischen 40-50 Jahren auf. Es wird vermutet, dass möglicherweise eine autoimmune Reaktion die Erkrankung verursacht. Bei einer Autoimmunreaktion beginnt das Immunsystem, das normalerweise der Infektabwehr dient, fälschlicherweise körpereigenes Gewebe anzugreifen. Dies ruft dann eine heftige Entzündungsreaktion im Gewebe hervor, in deren Folge sich narbenähnliche Verklebungen (Adhäsionen) in der Gelenkkapsel bilden.

Konservative Therapie

Die konservative Therapie verläuft langsam und kann viele Monate, manchmal auch bis zu 2 Jahren, dauern. Das erste Behandlungsziel unserer Schulterchirurgen ist, die Entzündung zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Zur Minderung der Entzündung wird das Medikament "Koritson" eingesetzt. Nach Abwägen einiger Begleitfaktoren (z.B. Diabetes mellitus) durch unsere erfahrenen Ärzte wird Ihnen Kortison als Tablette zum Einnehmen, mit entsprechendem Einnahmeplan, verordnet. In dieser Zeit sollte das Schultergelenk möglichst geschont werden, ggf. ist eine begleitende physikalische/physiotherapeutische Behandlung erforderlich.

Operative Therapie

Sollte die konservative Therapie nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kann eine Operation erforderlich sein. Bei diesem Eingriff wird die Gelenkkapsel gelöst, ein sogenanntes "Kapsel-Release" durchgeführt. Die Operation wird in der Vulpius Klinik unter Vollnarkose, arthroskopisch ("Schlüssellochtechnik"), durchgeführt. Oft wird am Abschluss der Operation ein Kortisonpräparat injiziert, um postoperative Reizungen zu dämpfen. Zusätzlich findet eine Mobilisierung des Schultergelenkes in Narkose statt, um die vollständige Beweglichkeit zu erreichen.

Die Operation dauert ca. 30 Minuten und erfordert einen 3 bis 5 tägigen, stationären Krankenhausaufenthalt.

Die Nachbehandlung der Schultersteife dauert zwischen 4-6 Monate. Nach der operativen Therapie der Schultersteife erfolgt keine Ruhigstellung im Arm-Immobilizer. Die Patienten können den Ellenbogen und das Handgelenk aktiv bewegen. Stufenweise wird die volle aktive Gelenkbeweglichkeit der Schulter ohne Bewegungslimit unter Beachtung der Schmerzgrenze u.a. mit Hilfe eines CPM-Bewegungsstuhls erarbeitet.

Fragen zur Schultersteife

Die Schulter- und Ellenbogensprechstunde findet nach telefonischer Anmeldung unter Tel. 07264 - 60 217 zu folgenden Zeiten statt:

Mittwoch 08:00-12:00 und 13:30-16:00 Uhr

Freitag 08:00-12:00 Uhr 

 

Privatsprechstunde

Donnerstag 13:00-14:45 Uhr

Wir empfehlen Ihnen als unterstützende Maßnahmen Eisbehandlung, Lymphdrainage und Wärme.

Schulter
Priv.-Doz. Dr.
Wolfgang Pötzl

Schulter- und Ellenbogenchirurgie
07264 60-217 Termin vereinbaren

Infoblatt Schultersteife

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Leitlinien zur Nachbehandlung bei Schultersteife

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Hinweise zur Physiotherapie

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