Hüfte

Revision künstliches Hüftgelenk

Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks ist eine gut planbare Operation, die Patienten mit Arthrose im Hüftgelenk Lebensqualität zurückgibt. Mit dem künstlichen Gelenk kann der Alltag wieder selbstständig gelebt werden. Die künstlichen Gelenke aus Stahl, Titan, Polyethylen und Porzellan sind sehr langlebig und können bis zu 20 Jahre halten.

Trotz eines gewissenhaften und sorgfältigen Einsatzes des künstlichen Hüftgelenks, kann sich das Gelenk lockern. Grund hierfür kann ein Schaden am Prothesenschaft sein. Häufig löst sich aber die Verbindung zwischen Knochen und Prothese. Durch Mikrobewegungen wird der Knochen zerstört und der Patient leidet unter Schmerzen. Es kommt zu einer aseptischen Lockerung.

Es kann aber auch zu einer septischen Lockerung kommen. Dabei entzündet sich das künstliche Gelenk und lockert sich. Die Infektion tritt entweder direkt nach der Operation auf oder später. Wenn Bakterien zum Beispiel aus einer Zahnwurzel- oder Mandelentzündung über den Blutkreislauf in das Hüftgelenk gelangen und eine Entzündung hervorrufen.

Zudem kann das künstliche Gelenk bei einem Unfall oder einem Sturz brechen.

Mit Hilfe von Röntgenbildern wird festgestellt, an welcher Stelle das künstliche Gelenk locker ist. Ausgetauscht wird nicht immer das ganze künstliche Gelenk, sondern auch nur Teile. Da meist die Knochenstruktur gelitten hat, muss das Revisionsimplantat mit Schrauben oder Metallzapfen zusätzlich im Knochen verankert werden. Die Prothese wird zusätzlich mit künstlichem Knochenmaterial beschichtet. Dadurch können Knochen und Prothese besser zusammen wachsen.

Bei einer septischen Lockerung wird zunächst das „alte“ künstliche Gelenk entfernt und die Entzündung mit Antibiotika behandelt. Erst nach dem Entzündung verheilt ist, kann die neue Prothese eingesetzt werden.

Der Eingriff dauert bis zu drei Stunden. Auch die Schnitte am Bein sind größer als bei der ersten Operation, als das künstliche Gelenk eingesetzt wurde. 

Das Revisionsgelenk besteht aus drei Anteilen: mit der Hüftpfanne wird der zerstörte Gelenkteil im Becken versorgt. Im Oberschenkelknochen wird der Hüftschaft eingebracht, auf welchen der kugelförmige Kopf befestigt wird. Das ist die gelenkige Verbindung zur Hüftpfanne.

Im Anschluss an die Revisionsoperation ist eine Rehabilitation erforderlich. Ähnlich wie nach dem Einsatz der ersten Prothese müssen die Patienten wieder Muskulatur aufbauen und Koordination und Stabilität zurück erlangen. Damit wird bereits kurz nach der Operation begonnen. In einer stationären oder ambulanten Reha-Einrichtung wird die Therapie dann fortgeführt.

Fragen zur Hüftgelenksrevision

Da die Patienten, die sich einer Revisionsoperation unterziehen müssen, häufig älter sind, besteht ein OP-Risiko. Denn die Patienten leiden oft unter Nebenerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder einer Herzerkrankung. Diese sogenannten Komorbiditäten werden bei der OP-Planung sehr genau berücksichtigt.

Auch mit dem Revisionsgelenk kann man Sport treiben. Sportarten mit starker Erschütterung oder Drehbewegung und Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr wie Fußball, Handball, Tennis, Reiten oder alpiner Skilauf sollten Sie nicht mehr nachgehen.

Es gibt aber eine Reihe anderer Sportarten, die auch mit einer künstlichen Hüfte betrieben werden können. Dazu zählen Tanzen, Gymnastik, Wandern im leichten Gelände, Radfahren und Schwimmen.

Bewegung ist auch nach einer Operation wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Knochen zu stärken.

Prof. Dr. med.
Michael Clarius

Orthopädie, Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie
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