Hüfte

Hüftgelenksarthrose

(Coxarthrose)

Das Hüftgelenk besteht aus Oberschenkelkopf und Hüftpfanne. Zwischen ihnen liegt der Knorpel. Im Laufe der Zeit verschleißen die Gelenke und die schützende Knorpelschicht wird beschädigt oder ganz abgetragen. Die Knochen reiben aufeinander und das erzeugt Schmerzen. Es ist eine Hüftarthrose entstanden. Bewegungen sind nur noch eingeschränkt möglich und der Alltag kann nicht mehr wie gewünscht gestaltet werden.

Die Vulpius Klinik gilt als eines der größten und erfolgreichsten Zentren für Endoprothetik in Deutschland. 762 Hüftgelenke wurden bei uns im letzten Jahr erfolgreich eingesetzt. Für eine Operation benötigen wir durchschnittlich eine Stunde. Damit unsere Patienten schnell wieder gesund werden, wenden wir das "Rapid Recovery" Konzept an. Ziel ist es, die Patienten möglichst schnell und schmerzarm zu mobilisieren, um die Genesung zu beschleunigen und Komplikationen zu vermeiden. Zwei bis drei Stunden nach der OP starten wir mit den ersten Gehversuchen.

Eine Hüftarthrose kann ohne erkennbare Ursache entstehen. Ein kleiner Knorpelschaden oder eine Schädigung der umliegenden Sehnen und Gelenke gilt als Anstoß, der die Beschwerden immer größer werden lässt. Die Knochen reiben aufeinander und der Knorpel weiter abgenutzt. Den verschleißenden Knorpel kann man nicht ersetzen. Das Gelenk entzündet sich zudem.

Auch Hüftfehlstellungen und Unfälle können eine Arthrose auslösen. Einige unserer Patienten brauchen nach einem Oberschenkelhalsbruch ein künstliches Hüftgelenk.

Eine Hüftarthrose kann auch durch die Hüftkopfnekrose entstehen.  Dabei wird der Knochen nicht ausreichend durchblutet und beginnt abzusterben. Den Vorgang, dass Zellen im Körper absterben, nennen Mediziner Nekrose. Durch einen Unfall oder einen Bruch kann es zu einer unzureichenden Versorgung des Gelenks kommen. Als Ursache gelten aber auch eine Veränderung der roten Blutkörperchen, Sichelzellenanämie, Alkoholabhängigkeit, ein erhöhter Blutfettwert und die Einnahme von Kortison. Die Knochen werden nicht mehr versorgt, sie werden porös und können der Belastung nicht Stand halten. Die Gelenkflächen brechen und die Knochen reiben aufeinander. Es entsteht Arthrose.

Um eine Diagnose zu stellen, sind uns neben der Ganganalyse und den bildgebenden Verfahren wie Röntgen und MRT, die Erfahrungen des Patienten wichtig. Wie stark ist seine Lebensqualität durch die Schmerzen eingeschränkt? Wie gut kann er sich bewegen und wie weit zu Fuß gehen?

Eine Operation ist nicht immer das erste Mittel der Wahl.  Die Arthrose kann auch sehr gut konservativ behandelt werden.  Unsere Patienten stärken unter Anleitung erfahrener Therapeuten ihre Muskulatur. Massagen, Physiotherapie und Krankengymnastik helfen zusätzlich die Beweglichkeit wieder zu erhöhen und Schmerzen zu lindern. Knorpelstützende Substanzen helfen, dass sich der Knorpel nicht weiter abbaut. Wenn der Patient Schmerzen hat, bekommt er selbstverständlich auch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verschrieben.

Ist eine konservative Therapie nicht mehr möglich, besprechen wir mit dem Patienten eine Operation für den Gelenkersatz.

Je nach Alter, Körpergröße und Gewicht kommen unterschiedliche Prothesen zum Einsatz. Für jeden Patienten wählen wir das optimal passende Modell aus und erklären unserem Patienten den Ablauf der OP.

Das künstliche Hüftgelenk besteht aus drei Anteilen: mit der Hüftpfanne wird der zerstörte Gelenkteil im Becken versorgt. Im Oberschenkelknochen wird der Hüftschaft eingebracht, auf welchen der kugelförmige Kopf befestigt wird.  Das ist die gelenkige Verbindung zur Hüftpfanne.

Je nach Gefühl und Grad der Schmerzen können unsere Patienten ab dem ersten Tag nach der Operation das Bein mit Hilfe von zwei Unterarmgehstützen belasten.  Die Patienten verbringen sieben bis zehn Tage im Krankenhaus. In ersten Wochen nach der Operation steht ein intensives Rehabilitationsprogramm in einer Reha-Klinik oder ambulant an.  Dabei soll die Mobilität verbessert werden und die Muskulatur, die das Hüftgelenk stabilisiert, aufbaut und stärkt.

Nach sechs bis zwölf Wochen finden die ersten Untersuchungen statt. Dabei wird untersucht, ob die Prothese richtig und fest sitzt.  Danach sind regelmäßige Untersuchungen je nach Befinden des Patienten erforderlich.

Fragen zur Hüftgelenksarthrose

Die Kosten werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Es gibt zementfreie und zementierte Hüftgelenkprothesen. Bei diesem „Zement“ handelt es sich um einen Kunststoff. Er härtet sehr schnell zu einer starren Masse aus. So werden Knochen und Prothese mit einander verbunden. Dieses Verfahren verwenden wir bei älteren Patienten, deren Knochenstruktur poröser ist. 

Sind die Knochen des Patienten aber noch fest und aktiv, wird die Prothese direkt im  Knochenschaft befestigt. Innerhalb von sechs bis zwölf Wochen verbindet sich das Knochengewebe mit der Oberfläche der Prothese.  Sie besteht aus Titan, während die zementierten Typen aus Edelstahl- oder Kobalt-Chrom-Molybdän bestehen.

Der Kopf und die Hüftpfanne können aus Metall-Polyethylen, Keramik-Polyethylen, Metall-Metall und Keramik-Keramik bestehen.

Gerne erklären wir Ihnen vor der Operation, woraus ihre Prothese besteht und wie wir sie einsetzen werden.

Die verbleibende Zeit bis zum Eingriff sollte genutzt werden, um den allgemeinen Gesundheitszustand so weit wie möglich zu verbessern. Denn je fitter der Patient vor der Operation ist, desto schneller ist er nach dem Eingriff wieder auf den Beinen. Wir empfehlen mit dem Rauchen aufzuhören und den Alkoholkonsum zu reduzieren.  Auch eine Gewichtsabnahme, eine gesunde Ernährung sowie ein moderater Muskelaufbau  helfen, die Risiken der OP zu reduzieren.

Die Implantation eines Hüftgelenks gehört meist nicht zu den Notfalloperationen und kann daher gut geplant werden. Diese Planung hilft Risiken zu minimieren.  Unsere Ärzte haben eine große Erfahrung bei diesen Operationen. Jährlich werden an unserer Klinik 762 Hüftgelenke eingesetzt.

Zu den möglichen Komplikationen zählen Infektionen, Hämatome, Schwellungen und das Narkoserisiko.

In seltenen Fällen kann es bei einem Kunstgelenk zum Auskugeln der Prothese, auch Luxation genannt, kommen. Der Hüftkopf springt dabei aus der Hüftpfanne. Das ist schmerzhaft und das Gelenk muss unter Narkose wieder eingerenkt werden.

Um die Mobilität unserer Patienten zu erhalten, versuchen wir möglichst muskelschonend zu operieren. Dabei werden die Muskeln nicht quer, sondern längs entlang der Muskelfasern vorsichtig durchtrennt. Der Muskel bleibt funktionsfähig und der Patient kann nach der OP schneller aufstehen. Diese Methode ist aber nicht für sehr schwere und sehr muskulöse Menschen geeignet.

Der Eingriff dauert ein bis zwei Stunden und wird unter Teil-oder Vollnarkose durchgeführt.

Die Funktionsdauer einer Hüftprothese ist individuell verschiedenen. Viele Patienten leben aber 15 bis 20 Jahre mit ihrer Prothese. Wenn sich die  Prothese lockert oder zerschlissen ist, ist eine sogenannte Revisions-OP erforderlich. Dabei werden das gesamte künstliche Gelenk, oder auch nur einzelne Komponenten ausgetauscht. Ein erstes Anzeichen sind Schmerzen und die erneute Einschränkung der Bewegung.

In unserer Klinik führen wir jährlich 64 Hüftrevisionen erfolgreich durch.

Das künstliche Gelenk ist nicht so belastbar, wie das natürliche Gelenk.  In den ersten Wochen sollten Sie darauf achten, das Bein mit dem künstlichen Gelenk nicht zu stark zu belasten. Unsere Physiotherapeuten und die Experten der Reha-Kliniken geben Ihnen Tipps.

Sportarten mit starker Erschütterung oder Drehbewegung und Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr wie Fußball, Handball, Tennis, Reiten oder alpiner Skilauf  sollten Sie nicht mehr nachgehen.

Es gibt aber eine Reihe anderer Sportarten, die auch mit einer künstlichen Hüfte betrieben werden können. Dazu zählen Tanzen, Gymnastik, Wandern im leichten Gelände, Radfahren und Schwimmen.

Bewegung ist auch nach einer Operation wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Knochen zu stärken.

Prof. Dr. med.
Michael Clarius

Orthopädie, Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie
07264 60-120 Termin vereinbaren

Patientenseminar Hüftendoprothetik