Hand/Handgelenk

Sattelgelenkarthrose

Der Verschleiß des Daumensattelgelenks kann zu sehr starken Schmerzen beim Greifen führen und vor allem beim Öffnen von Flaschen oder Dosen auftreten. Da das Sattelgelenk mitunter das wichtigste Gelenk für den Daumen und folglich für die Funktion der gesamten Hand ist, sind in der Regel zahlreiche Aktivitäten deutlich eingeschränkt. Der schmerzhafte Verschleiß des Gelenks betrifft vor allem Frauen im mittleren Alter. Oftmals ist dies auch mit Schwäche beim Greifen mit Daumen und Zeigefinger verbunden. Die Schmerzen strahlen von der speichenseitigen Handgelenkregion aus.

Ein Verschleiß, der keine Schmerzen verursacht, muss nicht behandelt werden. Erst das Auftreten von Schmerzen und die damit verbundene Funktionseinschränkung machen eine Therapie notwendig. Bei beginnendem Verschleiß, was man durch ein Röntgenbild nachweisen kann, kann eine Kortisonspritze und eine Ruhigstellung mit einer Bandage, eine sogenannte Orthese, die Schmerzen deutlich lindern, da die Entzündungsreaktion des Gelenks reduziert wird. Auch die Reduzierung belastender Tätigkeiten sollte erfolgen. Erst bei sehr starken und anhaltenden Schmerzen, die die Gebrauchsfähigkeit und die Lebensqualität deutlich einschränken, empfehlen wir eine Operation. Da die Gelenkpartner in diesem Stadium zerstört sind, wären die Entfernung des großen Vieleckbeins und die Sehnenaufhängung  sinnvoll. Es handelt sich um eine seit Jahrzehnten bewährte Operationsmethode.

Da diese Operation in den ersten Tagen sehr schmerzhaft ist, führen wir dieses Verfahren unter stationären Bedingungen mit einem Schmerzkatheter durch. Die Patienten sind in der Regel nach der Operation zwei Tage bei uns. Der Schmerzkatheter wird vor der Operation in die Achsel oder oberhalb des Schultergelenks gelegt und verbleibt bis zur Entlassung. Das ermöglicht  eine sehr wirksame und individuelle Schmerztherapie für den Patienten.

Es erfolgen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandwechsel. Die Entfernung des Nahtmaterials wird nach zwei Wochen vorgenommen. Eine Gipsschiene für den Daumen, die über das Handgelenk reicht, wird für drei bis vier Wochen angelegt. Danach wird langsam die Belastung der Hand mit selbständigen Greifübungen gesteigert. In Einzelfällen können Schmerzen bis zu neun Monate nach der Operation anhalten bis eine Schmerzfreiheit bzw. deutliche Schmerlinderung eintritt.

Fragen zur Sattelgelenkarthrose

Entscheidend ist die Untersuchung, um für den Patienten die beste Therapie festlegen zu können. Deshalb sollte der Patient im Vorgespräch in der Sprechstunde seine Schmerzen bestmöglich schildern und vor allem auslösende Tätigkeiten beschreiben können. In der Regel werden die Patienten am Tag der Operation aufgenommen.

Um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollte die Haut gut gereinigt und gepflegt sein. Trockene Haut sollte mit Hautschutzcreme im Vorfeld behandelt sein, da trockene Haut eine verminderte Schutzfunktion aufweist. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den oben genannten Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Da ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist die aktuelle Medikamentenliste.

Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird aber nochmals in der Sprechstunde vor der Operation mit dem Narkosearzt genau besprochen.

Blutgerinnungstherapie: 100 Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Alle übrigen Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen im Vorfeld abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden. Da dies immer eine sehr individuelle Entscheidung ist, sollten alle Informationen am Sprechstundentermin vorhanden sein. In Anbetracht der Vielzahl an erhältlichen Medikamenten muss oftmals vor der Operation der betreuende Hausarzt bzw. Facharzt diesbezüglich eingeschaltet werden.

Die Betreuungsvollmacht sollte vorhanden und der Betreuer am Sprechstundentermin anwesend sein, um eine zügige Therapieeinleitung beginnen zu können.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie, d.h. der Arm wird betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Danach wird die Schmerztherapie durch dieses Verfahren während des stationären Aufenthalts individuell gesteuert. Dies sorgt für eine sehr wirksame Schmerzausschaltung nach der Operation. Über die Narkoserisiken wird der Patient in einem persönlichen Gespräch mit dem Narkosearzt informiert (hierzu verweisen wir auf den Abschnitt Anästhesie auf unserer Homepage).

Die Operation kann gut geplant werden, wodurch Risiken minimiert werden können. Unsere Chirurgen haben große Erfahrung bei dieser sehr häufig vorkommenden Erkrankung.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse und das Narkoserisiko.

Hand/Handgelenk
Prof. Dr. med.
Peter Hahn

Handchirurgie
07264 60-327 Termin vereinbaren
Prof. Dr. med.
Frank Unglaub

Handchirurgie
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Bitte beachten Sie:

Medizinische Fachausdrücke und die Beschreibung von Erkrankung und Therapie sind manchmal schwer verständlich. Für den Erfolg der Therapie ist es aber sehr wichtig, dass der Patient alles versteht und dem behandelnden Arzt Symptome beschreiben kann. Bei bestehenden Sprachbarrieren sollte daher ein Übersetzer mit zum Sprechstundentermin gebracht werden.