Hand/Handgelenk

Madelung Deformität

Erkrankung der Handwurzel

Es handelt sich um eine Wachstumsstörung an der handgelenknahen Speiche, die zu einer Deformierung des Handgelenks führt. Die Ausprägung ist sehr individuell und fällt den meisten Patienten erst im Wachstumsschub im Jugendalter auf. Auffällig ist oftmals die vorstehende Elle am Handgelenk. Funktionsminderungen und Schmerzen sind entsprechend der individuellen Ausprägung sehr unterschiedlich. Manche Patienten beklagen erst in der vierten Lebensdekade über Schmerzen.

Die Behandlung ist abhängig von der Ausprägung und dem Alter der Patienten. Im Wachstumsalter können noch korrigierende Eingriffe an der Wachstumsfuge der Speiche vorgenommen werden, um das spontane Korrekturpotential des Knochens zu nutzen. Bei jungen Erwachsenen nach Abschluss des Wachstums hat sich die Aufrichtung der Speiche bewährt. Erst im höheren Alter können nur noch Rettungsoperationen durchgeführt werden.

Es erfolgen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandwechsel. Die Entfernung des Nahtmaterials wird nach zwei Wochen vorgenommen. Die Gipsruhigstellung ist abhängig vom Operationsverfahren. Sollten Aufrichtungen der Speiche erfolgen, verbleibt der Gips für einige Wochen. In jedem Fall sind die Finger und der Daumen nicht im Gips eingeschlossen und frei beweglich. Belastungsaufbau erfolgt erst nach Knochenheilung nach Korrekturen, in etwa nach sechs Wochen.

Fragen zur Madelung Deformität

Entscheidend ist die Untersuchung, um für den Patienten die beste Therapie festlegen zu können. Deshalb sollte der Patient im Vorgespräch in der Sprechstunde seine Schmerzen bestmöglich schildern und vor allem auslösende Tätigkeiten beschreiben können. Das berufliche und soziale Umfeld sind ebenfalls äußerst relevant, um für die Patienten eine möglichst individuelle Lösung zu finden. In der Regel werden die Patienten am Tag der Operation aufgenommen.

Um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollte die Haut gut gereinigt und gepflegt sein. Trockene Haut sollte mit Hautschutzcreme im Vorfeld behandelt sein, da trockene Haut eine verminderte Schutzfunktion aufweist. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den o.g. Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Da ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist die aktuelle Medikamentenliste.

Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird aber nochmals in der Sprechstunde vor der Operation mit dem Narkosearzt genau besprochen.

Blutgerinnungstherapie: 100 Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Alle übrigen Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen ggf. im Vorfeld abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden. Da dies immer eine sehr individuelle Entscheidung ist, sollten alle Informationen am Sprechstundentermin vorhanden sein. In Anbetracht der Vielzahl an erhältlichen Medikamenten muss oftmals vor der Operation der betreuende Hausarzt bzw. Facharzt diesbezüglich eingeschaltet werden.

Die Betreuungsvollmacht sollte vorhanden und der Betreuer am Sprechstundentermin anwesend sein, um eine zügige Therapieeinleitung beginnen zu können.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie, d.h. der Arm wird betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Danach wird die Schmerztherapie durch dieses Verfahren während des stationären Aufenthalts individuell gesteuert. Dies sorgt für eine sehr wirksame Schmerzausschaltung nach der Operation. Über die Narkoserisiken wird der Patient in einem persönlichen Gespräch mit dem Narkosearzt informiert (hierzu verweisen wir auch auf den Abschnitt Anästhesie auf unserer Homepage).

Die Operation kann gut geplant werden, wodurch Risiken minimiert werden können. Unsere Chirurgen haben große Erfahrung bei dieser sehr häufig vorkommenden Erkrankung.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden.  Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzsyndrome (sog. CRPS - Komplex regionales Schmerzsyndrom) und das Narkoserisiko.

Hand/Handgelenk
Prof. Dr. med.
Peter Hahn

Handchirurgie
07264 60-327 Termin vereinbaren
Prof. Dr. med.
Frank Unglaub

Handchirurgie
07264 60-327 Termin vereinbaren

Bitte beachten Sie:

Medizinische Fachausdrücke und die Beschreibung von Erkrankung und Therapie sind manchmal schwer verständlich. Für den Erfolg der Therapie ist es aber sehr wichtig, dass der Patient alles versteht und dem behandelnden Arzt Symptome beschreiben kann. Bei bestehenden Sprachbarrieren sollte daher ein Übersetzer mit zum Sprechstundentermin gebracht werden.