Fuß/Sprunggelenk

Frakturen des Sprunggelenks

Der Bruch des oberen Sprunggelenks (außer Pilon tibiale Frakturen) entsteht über eine mehr oder weniger starke Verrenkung des Gelenks. Daher heißt die Verletzung grundsätzlich Verrenkungsbruch (Luxationsfraktur). Der Verletzung, volkstümlich als „Umknicken“ bezeichnet, liegt meist ein Pronationstrauma oder eine Supination zugrunde (beides indirekte Traumata). Der Sprunggelenkbruch kann auch durch Drehen des Unterschenkels gegen den feststehenden Fuß verursacht werden. Häufig sind zusätzlich die Einflüsse von Stauchungen wirksam, wie z.B. durch den Sprung von einer Mauer.

Die Diagnostik erfordert neben der Anamnese und der klinischen Untersuchung auch eine Röntgenbilderstellung. Im Zweifelsfall muss zudem auch eine Langaufnahme zum Ausschluss einer hohen Wadenbeinfraktur (Maisonneuve-Fraktur) angefertigt werden. Gegebenenfalls wird diese Diagnostik durch eine Computertomografie ergänzt.

Voraussetzung für ein gutes Ergebnis ist eine anatomische (also komplett normale) Wiederherstellung der Knochenform und der stabilen Gelenkführung. Nur unverschobene Brüche sollten daher konservativ, also ohne Operation und nur durch äußere Stabilisierung (z. B. Gips) behandelt werden.

Eine Ausnahme bilden Patienten mit schweren Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen, Diabetes oder Nikotinabusus. Liegen bei daran erkrankten Patienten dislozierten Brüche vor, werden diese entweder nichtoperativ oder minimal-invasiv operativ versorgt.

Bei allen anderen Brüchen mit verschobenen Knochenbruchstücken und bei Verletzung der Gabelbänder ist in der Regel eine offene Operation mit Reposition und Osteosynthese und wenn nötig Bandstabilisierung notwendig. Alleinige Schraubenosteosynthesen sind nur bei einfachen Spiral-oder Schrägbrüchen möglich, Mehrfragmentbrüche werden mit Einzelschrauben zu größeren Fragmenten vereinigt, die dann mit einer Platte stabilisiert werden.

Bei Instabilität der Sprunggelenksgabel mit Zerreißung der sog. Syndesmose muss die Verbindung zwischen Schienbein und Wadenbein mit einer oder mehreren Stellschrauben fixiert werden. Die Stellschraube hat die Aufgabe, die zunächst stabil versorgte Fibula in das Gelenk zum Schienbein einzupassen und dort im korrekten Abstand einzustellen (daher Stellschraube).

Direkt postoperativ wird ein Walker-Stiefel angelegt, dieser ist in der Regel für sechs Wochen zu tragen. In diesem Walker kann schrittweise zur schmerzabhängigen Vollbelastung übergegangen werden.  Wenn die Wund gut verheilt und die Schwellung rückläufig ist, sollte frühzeitig mit krankengymnastischer Beübung und Lymphdrainage begonnen werden. Sechs Wochen nach Operation erfolgt eine Röntgenkontrolle, hiernach kann auf Konfektionsschuhwerk gewechselt werden.

Die oben genannte Stellschraube wird bereits 6 Wochen nach erfolgter Bandheilung entfernt. Bis zu diesem Zeitpunkt kann der Fuß nicht voll belastet werden.

Fragen zu Frakturen des Sprunggelenks

Die Kosten für die Behandlung in der Vulpius Klinik übernimmt die Krankenkasse.

Die Sprechstunde findet montags und donnerstags jeweils von 7:30 - 14:00 Uhr statt.

Privatsprechstunde mittwochs 7:30 - 13:30 Uhr.

Fuß
Dr. med.
Ulf Bertram

Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
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