Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des Menschen. Es hat einen komplexen Aufbau mit drei Teilgelenken (femoropatellares, laterales und mediales femorotibiales Kompartiment). Zur normalen Funktion des Kniegelenkes tragen die zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkels gelagerten Menisken wie auch die Kreuz- und Seitenbänder bei. Die Bewegung des gesunden Kniegelenkes ist ebenso komplex. Bei der Bewegung des Kniegelenkes kommt es nicht nur zu einer einfachen Scharnierbewegung. Durch die besondere Anatomie kommt es bei zunehmender Beugung zu einer Innendrehung und Verlagerung des Unterschenkels nach hinten.

Auf das Kniegelenk wirken große Kräfte ein. Daher werden hier Abnutzungserscheinungen besonders wirksam. Durch die Zerstörung des Gelenknorpels kommt es zu Auswirkungen auf andere Gelenkstrukturen, z.B. die Gelenkkapsel, die Bänder, den Knochen und die das Gelenk umgebende Muskulatur.

Die Kniegelenksarthrose gehört zu den häufigsten Arthrosen.  Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 

Ursachen

Man unterscheidet die primäre von der sekundären Gonarthrose.
Die Ursache ist bei der primären Gonarthrose unbekannt. Sekundäre Arthrosen sind Folge eines Faktors, der auf das Kniegelenk wirkt oder gewirkt hat, z.B. ein Meniskus- oder Kreuzbandschaden, Achsabweichungen, Brüche mit Kniegelenkbeteiligung, Gicht, rheumotoide Arthritis oder auch ein eitriger Gelenkinfekt.

Symptome

Die Symptome sind Belastungs-, Ruhe-, Nacht- und Anlaufschmerzen sowie eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Bei ausgeprägten Arthrosen kommt es im Erkrankungsverlauf zu Achsfehlstellungen (X- oder O-Beinstellung) und Veränderungen der äußeren Form des Kniegelenkes.

Indikation zur Operation

Die Indikation zur Operation ergibt sich bei Vorliegen einer Arthrose und anders nicht zu behandelnden typischen Schmerzen oder Funktionseinsschränkungen im Kniegelenk.

Operatives Vorgehen

Zur operativen Behandlung der Kniegelenksarthrose kommen verschiedene Prothesen zur Anwendung. Je nach Ausprägung der Arthrose kann die Implantation einer medialen oder lateralen (unicondylären) Schlittenprothese, die komplette (bicondyläre) Oberflächenersatzprothese, eine teilgekoppelte oder vollgekoppelte (achsgeführte) Prothese erforderlich sein. Im gemeinsamen Beratungsgespräch wählen wir nach einer eingehenden Untersuchung für jeden Patienten individuell das geeignete Prothesenmodell aus.

Nachbehandlung

Im Allgemeinen darf nach Implantation einer Knieprothese ab dem ersten Tag nach der Operation an zwei Unterarmgehstützen schmerzadaptiert voll belastet werden. Am ersten Tag nach der Operation wird auch bereits mit der krankengymnastischen Beübung begonnen, um schon während des stationären Aufenthaltes eine volle Streckung und eine Beugung von mindestens 90° zu erhalten. Der stationäre Aufenthalt in unserer Klinik dauert im Normalfall zwischen 7 und 10 Tagen. Von uns werden sie nach der Entlassung zur Fortführung der Physiotherapie direkt in die Rehabilitationseinrichtung weitergeleitet.

PD Dr. Michael Clarius

Priv.-Doz. Dr. Michael Clarius
Chefarzt Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie
und Unfallchirurgie

Tel. 0 72 64 / 60 140
Fax 0 72 64 / 60 267

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