Hüftkopfnekrose

Mit Hüftkopfnekrose wird das Absterben von Knochen im Hüftkopfbereich bezeichnet. Dies ist Folge einer Mangeldurchblutung des Hüftkopfes, die verschiedene Ursachen haben kann. Aus der Hüftkopfnekrose kann eine Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) entstehen. Die Krankheit kann zwischenzeitlich komplett zum Stillstand kommen oder wieder fortschreiten.

Die Erkrankung entsteht meist zwischen dem 35. und 45.Lebensjahr. Männer sind 4-mal häufiger betroffen als Frauen. In 50% der Fälle tritt die Erkrankung auf beiden Seiten auf.

Ursachen

Bei einem Unfall (z.B. Schenkelhals- oder Hüftkopfbruch, Ausrenkung des Hüftgelenks) kann durch Unterbrechung des Blutzuflusses oder -abflusses ein Knocheninfarkt des Hüftkopfes entstehen.

Zur Verminderung der Durchblutung können auch krankheitsbedingte Veränderungen der roten Blutkörperchen (Sichelzellanämie), eine Fettembolie, Alkoholabusus, die Einnahme von Kortison oder ein erhöhter Blutfettgehalt führen. Die Taucherkrankheit (Caisson Krankheit) oder der Morbus Gaucher können weitere Ursachen sein.

Zudem gibt es zahlreiche Fälle, in denen die Ursache nicht geklärt werden kann.

Der abgestorbene Knochen kann der mechanischen Belastung nicht mehr standhalten. Im weiteren Verlauf kann die Gelenkfläche einbrechen und es entwickelt sich eine schwere Hüftgelenksarthrose.

Symptome

Anfangs können Symptome fehlen.

Im weiteren Verlauf führt die Hüftkopfnekrose zu einer Bewegungseinschränkung und starken, intervallartig wiederkehrenden Schmerzen. Diese können im Bereich der Leiste und des Gesäßes lokalisiert sein und in den Oberschenkel und das Knie ausstrahlen. Bei Einbrüchen der Gelenkfläche kommt es schubweise zur Schmerzverstärkung. In fortgeschrittenen Stadien können Ruheschmerzen bestehen.

Behandlung

Bislang gibt es noch keine Möglichkeit, die Ursache der Hüftkopfnekrose zu behandeln.

Die konservative (nicht operative) Behandlung umfasst die mechanische Entlastung und ggf. eine Magnetfeld- und Stoßwellentherapie. Mit Medikamenten wird versucht, die Durchblutung des Hüftkopfes zu fördern. Die Schmerzen werden mit Analgetika gelindert.

Je nach Stadium der Erkrankung ist die konservative Therapie nicht Erfolg versprechend.

Als operative Behandlung wird in frühen Stadien mit einer Anbohrung der abgestorbenen Areale versucht, die Durchblutung zu fördern.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann beim Jungen Patienten als Alternative zur Hüftprothese durch eine Operation versucht werden, das Schmerz erzeugende abgestorbene Knochenareal aus der Hauptbelastungszone herauszudrehen. Hierbei wird der Knochen durchtrennt, gedreht und in dieser Stellung wieder mit einer Platte und Schrauben fixiert.

Bei Einbruch der Gelenkfläche oder einer Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) kommt als Behandlung nur der Ersatz des Hüftgelenkes durch ein Kunstgelenk in Frage.

PD Dr. Michael Clarius

Priv.-Doz. Dr. Michael Clarius
Chefarzt Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie
und Unfallchirurgie

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