Metatarsalgie

Mit Metatarsalgie werden Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen im Vorfußbereich der Fußsohle bezeichnet. Betroffen ist in absteigender Häufigkeit der zweite bis vierte Strahl. Eine Metatarsalgie tritt häufig gemeinsam mit einem Spreizfuß, Hallux valgus oder Kleinzehendeformitäten, z.B. Krallenzehen, auf.

Ursachen

Falsches Schuhwerk, insbesondere Schuhe mit hohen Absätzen und Schuhe mit schlecht puffernden, dünnen Sohlen, können eine Metatarsalgie auslösen.

Durch einen Spreizfuß kommt es zu einer veränderten Druckverteilung auf den Vorfuß mit vermehrter Druckbelastung der Mittelfußköpfchen.

Beim Hallux valgus besteht eine vermehrte Beweglichkeit des ersten Zehenstrahls. Daher wird das Großzehengrundgelenk beim Abrollvorgang etwas mehr nach oben gedrückt und nimmt in der Hauptbelastungsphase weniger Gewicht auf. Daher muss der zweite Mittelfußknochen mehr Gewicht aufnehmen. Dies führt zur Überlastung.

Bei fixierten Krallenzehen stehen die Kleinzehengrundglieder in einer nach oben überstreckten Stellung. Dadurch gleitet das Fettgewebspolster unter den Mittelfußköpfchen nach vorne oben und der Druck auf die Mittelfußköpfchen nimmt bei Belastung zu.

Ebenso kann eine vermehrte Druckbelastung des Mittelfußköpfchens durch eine relative Überlänge eines Mittelfußknochens entstehen.

Das sich mit zunehmendem Alter zurückbildende Fettpolster an der Fußsohle kann auch zu einer Metatarsalgie führen.

Symptome

Durch den vermehrten Druck über den Mittelfußköpfchen entstehen Hornhautschwielen an der Fußsohle. Weiterhin bestehen belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der überlasteten Mittelfußköpfchen.

Behandlung

Die konservative (nichtoperative) Behandlung umfasst sachgemäßes Schuhwerk mit niedrigem Absatz, einer weichen Schuhsohle und einem weiten Vorderschuh. Eine Einlagenversorgung kann die vermehrte Druckbelastung der Mittelfußköpfchen mindern.

Ist die konservative Behandlung für eine gute Lebensqualität nicht ausreichend, besteht die Indikation zur Operation.

Hierbei werden die Ursachen der Metatarsalgie, z.B. ein Hallux valgus, Krallenzehen oder eine Überlänge der Mittelfußknochen korrigiert. Dabei wird in der Regel das betroffene Mittelfußköpfchen zusätzlich angehoben.

PD Dr. Michael Clarius

Priv.-Doz. Dr. Michael Clarius
Chefarzt Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie
und Unfallchirurgie

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