Gelenkverschleiß/Arthrose im Sprunggelenk

Das Sprunggelenk ist das Verbindungsgelenk zwischen dem Unterschenkel und dem Fuß und wird bei jedem Schritt mit dem gesamten Körpergewicht belastet. Mechanisch kann im oberen Sprunggelenk die Senkung und das Heben des Fußes ausgeführt werden, zusätzlich ist auch eine Ein- und minimale Auswärtsdrehung möglich.

Ursachen

Im Gegensatz zu den Hüft- oder Kniegelenksarthrosen entwickelt sich die Arthrose im Sprunggelenk meist als Spätfolge schwerer oder unzureichend behandelter Kapsel-Bandverletzungen, Knorpelverletzungen oder fehlverheilter Knochenbrüche. Seltener sind Durchblutungsstörungen des Knorpels, bakterielle Infekte oder Entzündungen bei rheumatologischer Grunderkrankung Ursache der Arhtrose.

Symptome

Bei der Arthrose des Sprunggelenks kommt es zur Schädigung des Knorpels mit Anlauf-, Belastungsschmerzen, bei Fortschreiten der Arthrose auch zu Ruhe- und Nachtschmerzen, Gelenkgeräuschen (Knirschen, Reiben), Schwellungsneigung der umgebenden Weichteile und Erguss des Gelenkes (aktivierte Arhtrose). Es kann zur Entwicklung von knöchernen Ausziehungen (Osteophyten) kommen, die die Beweglichkeit im Gelenk erheblich behindern, aber auch Instabilitäten und starke Achsabweichungen können als Endzustand auftreten.

Indikation zur Operation

Anhand der Krankengeschichte, der klinischen Untersuchung und bildgebender Diagnostik (Röntgen, in speziellen Fällen Kernspin, Computertomographie) wird abhängig von Ausmaß die Notwendigkeit eines operativen Vorgehens geklärt.

Operatives Vorgehen

Spiegelung/Arthroskopie:
Abhängig von Ausmaß des Knorpelschadens/der Arthrose kann eine Spiegelung/Arthroskopie des Gelenkes vorgenommen werden, in der eine Knorpelreparatur oder die Abtragung von knöchernen Ausziehungen möglich ist.

Versteifung des Sprunggelenkes/Arthrodese:
Bei hochgradigem Verschleiß und starker Bewegungseinschränkung kann eine Versteifung des Gelenkes nach Entfernung der Gelenkflächen und Fixierung mit Schrauben erfolgen.

Sprunggelenksprothese:
Bei Patienten mit mittlerem Aktivitätsgrad, guter Knochensubstanz, ausreichender Bandstabilität und geringer Achsabweichung kann eine Sprunggelenksprothese implantiert werden.

Nachbehandlung

Nach Spiegelung mit Knochenabtragung kann der Patient meist innerhalb einer Woche schmerzadaptiert wieder voll belasten. Bei Knorpelreparaturen kann eine Teilbelastung des Gelenkes für 4-6 Wochen notwendig sein. Patienten mit Versteifung des Sprunggelenkes müssen bis zur kompletten Knochenheilung für 8-12 Wochen im Spezialschuh/Gips an Unterarmgehstützen teilbelasten. Nach Implantation eines künstlichen Sprunggelenkes kann nach 2 Wochen Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen schon schmerzadapiert im Spezialschuh vollbelastet werden. Der Spezialschuh sollte für 6 Wochen getragen werden.

PD Dr. Michael Clarius

Priv.-Doz. Dr. Michael Clarius
Chefarzt Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie
und Unfallchirurgie

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